Kapitalgesellschaften und Eigenkapital: Arbeitsblatt Buchungssätze

Lösung

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Konvention: Deutschland (allgemeine Kontenbezeichnungen)

Buche jeden Geschäftsvorfall: Schreibe jedes Konto mit seinem Betrag in die Spalte Soll oder Haben.

  1. Ausgabe von Anteilen über dem Nennwert (mit Agio)

    Eine Kapitalgesellschaft erhöht ihr Kapital: Sie gibt 4000 neue Anteile mit einem Nennwert von je 5,00 € zu einem Ausgabekurs von 12,50 € je Anteil aus. Die Zeichner zahlen den vollen Preis per Banküberweisung.

    Annahmen: Die Anteile sind voll eingezahlt, und die Kapitalerhöhung ist eingetragen. Emissionskosten bleiben unberücksichtigt.

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  2. Beschluss einer Dividende

    Die Gesellschafterversammlung einer GmbH stellt den Jahresabschluss des Vorjahres fest und beschließt, 30.000,00 € aus dem Gewinn des Vorjahres auszuschütten, zahlbar im nächsten Monat. Buche den Beschluss.

    Annahmen: Der Gewinn des Vorjahres ist noch nicht verwendet worden. Gebucht wird hier nur die Dividende; eine Einstellung in Rücklagen ist eine eigene Buchung.

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  3. Auszahlung einer beschlossenen Dividende

    Im letzten Monat hat die Gesellschafterversammlung eine Dividende von 30.000,00 € beschlossen. Heute zahlt die Gesellschaft sie per Banküberweisung an die Gesellschafter aus.

    Annahmen: Die Gesellschaft ist eine GmbH, und die Dividende wurde beim Beschluss gebucht. Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag bleiben unberücksichtigt: Die Gesellschafter erhalten den vollen Betrag.

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  4. Rückkauf eigener Anteile

    Eine Aktiengesellschaft (AG) kauft 400 eigene Aktien (Nennwert je 5,00 €) zu 18,00 € je Aktie zurück, um sie später einzuziehen, und zahlt per Banküberweisung.

    Annahmen: Wie § 272 Abs. 1a HGB verlangt, verrechnet die Gesellschaft den über den Nennwert hinaus gezahlten Betrag mit den Anderen Gewinnrücklagen, ihrer frei verfügbaren Rücklage, die hoch genug ist. Anschaffungsnebenkosten bleiben unberücksichtigt.

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  5. Dividende am selben Tag beschließen und auszahlen

    Die Gesellschafterversammlung einer kleinen GmbH beschließt, 15.000,00 € aus dem Gewinn des Vorjahres auszuschütten. Die Gesellschaft zahlt sie am selben Tag per Banküberweisung aus.

    Annahmen: Der Gewinn des Vorjahres ist noch nicht verwendet worden. Eine einzige Buchung erfasst Beschluss und Zahlung. Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag bleiben unberücksichtigt: Die Gesellschafter erhalten den vollen Betrag.

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  6. Einstellung in die gesetzliche Rücklage

    Eine Aktiengesellschaft (AG) hat für das Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 80.000,00 €. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses stellt sie davon 5 % in die gesetzliche Rücklage ein, wie es das Gesetz verlangt. Buche diese Einstellung.

    Annahmen: Es gibt keinen Verlustvortrag, und gesetzliche Rücklage und Kapitalrücklage erreichen zusammen noch nicht ein Zehntel des Grundkapitals (§ 150 AktG). Gebucht wird nur diese Einstellung.

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  7. Umwandlung eines Darlehens in Anteile

    Eine Kapitalgesellschaft schuldet einem privaten Investor 60.000,00 € aus einem langfristigen Darlehen. Sie vereinbaren, dass die Gesellschaft das gesamte Darlehen tilgt, indem sie dem Investor 4000 neue Anteile mit einem Nennwert von je 5,00 € gewährt. Buche die Umwandlung.

    Annahmen: Der Investor ist keine Bank und war bisher nicht Gesellschafter; die Gesellschaft führt das Darlehen unter Sonstige Verbindlichkeiten. Zinsen sind nicht offen, die Forderung ist voll werthaltig, und die neuen Anteile werden zu einem Gesamtwert in Höhe des Darlehens ausgegeben, sodass weder Gewinn noch Verlust entsteht. Kosten bleiben unberücksichtigt.

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  8. Gewinnvortrag nach der Gesellschafterversammlung

    Die Gesellschafterversammlung stellt den Jahresabschluss des Vorjahres fest, der einen Gewinn von 74.500,00 € ausweist, und beschließt, den ganzen Gewinn auf neue Rechnung vorzutragen: keine Ausschüttung und keine Einstellung in Rücklagen. Buche die Gewinnverwendung.

    Annahmen: GmbH. Der Gewinn des Vorjahres steht auf dem Eigenkapitalkonto Jahresüberschuss.

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  9. Verlustvortrag nach der Gesellschafterversammlung

    Die Gesellschafterversammlung stellt den Jahresabschluss des Vorjahres fest, der einen Verlust von 23.600,00 € ausweist, und beschließt, den Verlust auf neue Rechnung vorzutragen und mit künftigen Gewinnen zu verrechnen. Buche die Verlustverwendung.

    Annahmen: GmbH. Der Verlust des Vorjahres steht auf dem Eigenkapitalkonto Jahresfehlbetrag. Es gibt keinen Gewinnvortrag und keine Rücklagen, mit denen er verrechnet werden könnte.

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  10. Ausgabe von Anteilen gegen ein Grundstück (Sacheinlage)

    Ein Gesellschafter bringt ein Grundstück in die Gesellschaft ein und erhält dafür 5000 neue Anteile mit einem Nennwert von je 10,00 €. Das Grundstück wird mit 90.000,00 € bewertet.

    Annahmen: Der angegebene Wert ist der Zeitwert des Grundstücks, der für die Einlage anerkannt ist. Der Gesellschafter ist eine Privatperson, daher fällt keine Umsatzsteuer an; Grunderwerbsteuer und Kosten bleiben unberücksichtigt. Die Kapitalerhöhung ist eingetragen.

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