Vorräte und Wareneinsatz: Lösung

Lösung: die akzeptierten Buchungssätze mit den Beträgen des Arbeitsblatts, und warum.

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Konvention: Deutschland (allgemeine Kontenbezeichnungen)

  1. Wareneinsatz des Monats in einer Sammelbuchung

    Im Laufe des Monats hat ein Geschäft 120 Stück von Artikel A zu Anschaffungskosten von je 15,50 € und 80 Stück von Artikel B zu Anschaffungskosten von je 22,50 € verkauft. Die Verkäufe sind bereits gebucht. Buche den Wareneinsatz des Monats.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden auf dem Bestandskonto Waren (Bestand) gebucht (bestandsorientiert), und der Wareneinsatz wird einmal im Monat in einer Buchung erfasst.

    KontoSollHaben
    Aufwendungen für Waren3.660,00 €
    Waren (Bestand)3.660,00 €

    Warum

    Beim bestandsorientierten Verfahren bleiben die Waren bis zum Verkauf auf Waren (Bestand). Der Wareneinsatz des Monats, 120 × 15,50 € + 80 × 22,50 € = 3.660,00 €, wird gebucht: Aufwendungen für Waren an Waren (Bestand).

  2. Bestandsveränderung bei Waren zum Jahresabschluss

    Der Warenbestand eines Geschäfts betrug zu Jahresbeginn 24.000,00 €, die Wareneinkäufe des Jahres 96.000,00 €. Zum Jahresende bewertet die Inventur die vorhandenen Waren mit 20.500,00 €. Buche die Bestandsveränderung zum Jahresabschluss.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht.

    KontoSollHaben
    Aufwendungen für Waren3.500,00 €
    Waren (Bestand)3.500,00 €

    Ebenfalls richtig

    KontoSollHaben
    Bestandsveränderungen Waren3.500,00 €
    Waren (Bestand)3.500,00 €

    Warum

    Der Bestand ist um 24.000,00 € − 20.500,00 € = 3.500,00 € gesunken (Bestandsminderung): Es wurden mehr Waren verkauft als eingekauft, der Wareneinsatz steigt. Buchung: Aufwendungen für Waren an Waren (Bestand) 3.500,00 €. Die Buchung über Bestandsveränderungen Waren statt Aufwendungen für Waren wird ebenfalls akzeptiert.

  3. Abschreibung von Waren auf den Nettoveräußerungswert

    Zum Jahresende hat ein Geschäft noch 60 Stück eines ausgelaufenen Artikels auf Lager, eingekauft zu je 85,00 €. Sie lassen sich nur noch für je 70,00 € verkaufen, und der Verkauf kostet 5,00 € pro Stück. Buche die Abschreibung dieser Waren.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht. Der Schlussbestand ist bereits auf Waren (Bestand) zu Anschaffungskosten gebucht, und die Abschreibung wird direkt auf diesem Konto gebucht. Die Wiederbeschaffungskosten der Waren liegen nicht unter ihrem Nettoveräußerungswert.

    KontoSollHaben
    Abschreibungen auf Umlaufvermögen1.200,00 €
    Waren (Bestand)1.200,00 €

    Ebenfalls richtig

    KontoSollHaben
    Aufwendungen für Waren1.200,00 €
    Waren (Bestand)1.200,00 €
    KontoSollHaben
    Bestandsveränderungen Waren1.200,00 €
    Waren (Bestand)1.200,00 €

    Warum

    Für das Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip: Der Nettoveräußerungswert je Stück ist 70,00 € − 5,00 € = 65,00 €, die Waren werden also um 60 × (85,00 € − 65,00 €) = 1.200,00 € abgeschrieben, im Haben auf Waren (Bestand). Im Soll wird Abschreibungen auf Umlaufvermögen akzeptiert, ebenso Aufwendungen für Waren oder Bestandsveränderungen Waren, wo viele Lehrbücher Abschreibungen auf Waren erfassen.

  4. Waren aus dem Lager als Büromaterial verwenden

    Ein Schreibwarengeschäft entnimmt 24 Pakete Druckerpapier aus den Waren, die es für den Weiterverkauf eingekauft hat, und verwendet sie im eigenen Büro. Jedes Paket hat 4,50 € netto gekostet.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht. Das Papier wird sofort verbraucht. Waren, die das Unternehmen selbst verwendet, werden zu Anschaffungskosten aus dem Wareneinkauf herausgenommen und auf das Aufwandskonto umgebucht, zu dem sie werden. Es fällt keine Umsatzsteuer an, weil die Waren im Unternehmen bleiben und seiner steuerpflichtigen Tätigkeit dienen.

    KontoSollHaben
    Büromaterial108,00 €
    Aufwendungen für Waren108,00 €

    Warum

    Das Papier wurde beim Einkauf als Aufwendungen für Waren gebucht. Im Büro verwendet, werden seine Kosten (24 × 4,50 € = 108,00 €) umgebucht: Büromaterial an Aufwendungen für Waren. Das ist keine unentgeltliche Wertabgabe (die Waren bleiben im Unternehmen), daher fällt keine Umsatzsteuer an.

  5. Ausgangsfracht für verkaufte Waren bezahlen

    Ein Geschäft überweist einem Spediteur 320,00 € netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer für die Lieferung verkaufter Waren an einen Kunden. Nach den Verkaufsbedingungen trägt das Geschäft die Lieferkosten.

    Annahmen: Umsatzsteuer 19 %. Die Lieferkosten werden dem Kunden nicht weiterberechnet.

    KontoSollHaben
    Ausgangsfrachten320,00 €
    Vorsteuer60,80 €
    Bank380,80 €

    Warum

    Lieferkosten für verkaufte Waren sind Ausgangsfrachten, ein Vertriebsaufwand; sie gehören nicht zu den Anschaffungskosten der Waren. Die Vorsteuer (60,80 €) ist abziehbar, und die Bank zahlt 380,80 €.

  6. Rücksendung beschädigter Waren gegen Barerstattung

    Letzte Woche kaufte ein Geschäft 50 Stück eines Artikels zu je 35,00 € netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer und zahlte bar. Heute schickt es 4 beschädigte Stück an den Lieferer zurück, der ihren Preis einschließlich Umsatzsteuer bar erstattet.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht. Umsatzsteuer 19 %.

    KontoSollHaben
    Kasse166,60 €
    Aufwendungen für Waren140,00 €
    Vorsteuer26,60 €

    Warum

    Die Rücksendung mindert Aufwendungen für Waren um 4 × 35,00 € = 140,00 € und die Vorsteuer um 26,60 €; die Erstattung von 166,60 € geht in die Kasse.

  7. Liefererskonto mindert den Warenbestand

    Ein Großhändler kaufte Waren auf Ziel für 7.000,00 € netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer und buchte sie auf sein Warenbestandskonto. Er zahlt innerhalb der Skontofrist per Banküberweisung und zieht den in der Rechnung angebotenen Skonto von 2 % ab; der Skonto mindert auch die Umsatzsteuer.

    Annahmen: Umsatzsteuer 19 %. Dieser Großhändler bucht Wareneinkäufe bestandsorientiert auf das Konto Waren (Bestand) und bucht Skonti direkt auf diesem Konto.

    KontoSollHaben
    Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen8.330,00 €
    Waren (Bestand)140,00 €
    Vorsteuer26,60 €
    Bank8.163,40 €

    Warum

    Der Skonto beträgt 2 % von 7.000,00 € = 140,00 € netto, dazu 26,60 € Umsatzsteuer, um die die Vorsteuer berichtigt wird. Bestandsorientiert mindert der Skonto die Anschaffungskosten der Waren auf Lager, daher wird Waren (Bestand) mit 140,00 € im Haben gebucht. Die ganze Schuld (8.330,00 €) wird ausgeglichen, die Bank zahlt 8.163,40 €.

  8. Inventurmehrbestand buchen

    Zum Jahresende weisen die Lagerbücher eines Geschäfts Waren mit Anschaffungskosten von 31.500,00 € aus, die Inventur findet aber Waren im Wert von 31.920,00 €. Passe die Bücher an die Inventur an.

    Annahmen: Dieses Geschäft bucht Wareneinkäufe bestandsorientiert auf das Bestandskonto Waren (Bestand) und bucht den Wareneinsatz während des Jahres aus seinen Lagerbüchern. Inventurdifferenzen werden als Wareneinsatz auf Aufwendungen für Waren gebucht. Die Inventur ist richtig, und die Bücher enthalten keine Buchungsfehler.

    KontoSollHaben
    Waren (Bestand)420,00 €
    Aufwendungen für Waren420,00 €

    Warum

    Die Inventur übersteigt die Lagerbücher um 31.920,00 € − 31.500,00 € = 420,00 €, daher wird Waren (Bestand) mit 420,00 € im Soll gebucht. Es war zu viel Wareneinsatz gebucht worden, deshalb wird Aufwendungen für Waren mit demselben Betrag im Haben gebucht.

  9. Sachspende von Waren an eine gemeinnützige Organisation

    Ein Bekleidungsunternehmen spendet 40 neue Wintermäntel aus seinen Handelswaren an eine gemeinnützige Organisation, die eine Obdachlosenunterkunft betreibt. Jeder Mantel hat 25,00 € netto gekostet.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht. Umsatzsteuer 19 %. Das Unternehmen ist eine GmbH. Die Spende ist eine unentgeltliche Wertabgabe: Umsatzsteuer fällt auf den Einkaufspreis der Mäntel an, der sich seit dem Einkauf nicht verändert hat. Die Umsatzsteuer gehört zu den Kosten der Spende.

    KontoSollHaben
    Spenden1.190,00 €
    Unentgeltliche Wertabgaben1.000,00 €
    Umsatzsteuer190,00 €

    Warum

    Eine Sachspende ist eine unentgeltliche Wertabgabe (§ 3 Abs. 1b UStG). Unentgeltliche Wertabgaben wird mit dem Einkaufspreis, 40 × 25,00 € = 1.000,00 €, im Haben gebucht und Umsatzsteuer mit 190,00 €. Die GmbH trägt beides, daher wird Spenden mit 1.190,00 € im Soll gebucht.

  10. Unverkaufte Einkäufe zum Jahresende auf den Warenbestand umbuchen

    Ein Geschäft wurde in diesem Jahr eröffnet und hatte zu Jahresbeginn keine Waren auf Lager. Die Wareneinkäufe des Jahres betrugen 48.000,00 €. Zum Jahresende sind 120 Stück unverkauft; jedes hat 25,00 € gekostet. Buche die Bestandsbuchung zum Jahresabschluss.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht.

    KontoSollHaben
    Waren (Bestand)3.000,00 €
    Aufwendungen für Waren3.000,00 €

    Ebenfalls richtig

    KontoSollHaben
    Waren (Bestand)3.000,00 €
    Bestandsveränderungen Waren3.000,00 €

    Warum

    Die unverkauften Waren, 120 × 25,00 € = 3.000,00 €, wurden beim Einkauf als Aufwendungen für Waren gebucht. Zum Jahresende werden sie auf Waren (Bestand) umgebucht (Bestandsmehrung): Waren (Bestand) an Aufwendungen für Waren. Die Habenbuchung auf Bestandsveränderungen Waren wird ebenfalls akzeptiert.

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