Gründung und Einlagen: Lösung

Lösung: die akzeptierten Buchungssätze mit den Beträgen des Arbeitsblatts, und warum.

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Konvention: Deutschland (allgemeine Kontenbezeichnungen)

  1. Geldeinlage des Inhabers bei der Gründung

    Zur Gründung seines Einzelunternehmens zahlt der Inhaber 20.000,00 € aus seinen privaten Ersparnissen auf das neue Bankkonto des Unternehmens ein.

    Annahmen: Es handelt sich um die Gründungseinlage: Sie wird direkt auf dem Eigenkapital des Inhabers gebucht.

    KontoSollHaben
    Bank20.000,00 €
    Eigenkapital20.000,00 €

    Warum

    Bank im Soll, Eigenkapital im Haben, jeweils 20.000,00 €. Gezeichnetes Kapital ist das Kapital einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG), nicht eines Einzelunternehmers.

  2. Sacheinlage einer Maschine bei der Gründung

    Zur Gründung einer Werkstatt als Einzelunternehmen bringt der Inhaber eine Maschine aus seinem Privatvermögen in das Unternehmen ein. Die Maschine wird mit 12.000,00 € bewertet.

    Annahmen: Es handelt sich um die Gründungseinlage: Sie wird direkt auf dem Eigenkapital des Inhabers gebucht, mit dem angegebenen Wert. Es fällt keine Umsatzsteuer an: Der Inhaber bringt die Maschine als Privatperson ein.

    KontoSollHaben
    Maschinen12.000,00 €
    Eigenkapital12.000,00 €

    Warum

    Maschinen im Soll mit 12.000,00 €, Eigenkapital im Haben: Das Unternehmen erhält die Maschine und schuldet dafür nichts. Es gibt keine Vorsteuer, weil der Inhaber einen privaten Gegenstand einbringt.

  3. Bar- und Sacheinlage: Geld und ein Lieferwagen

    Zur Gründung eines Ladengeschäfts als Einzelunternehmen legt der Inhaber 3.000,00 € in Scheinen und Münzen in die Ladenkasse und bringt einen Lieferwagen aus seinem Privatvermögen ein, bewertet mit 15.000,00 €.

    Annahmen: Beides ist die Gründungseinlage: Sie wird direkt auf dem Eigenkapital des Inhabers gebucht. Der Lieferwagen wird mit dem angegebenen Wert gebucht; es fällt keine Umsatzsteuer an, weil der Inhaber ihn als Privatperson einbringt.

    KontoSollHaben
    Kasse3.000,00 €
    Fuhrpark15.000,00 €
    Eigenkapital18.000,00 €

    Warum

    Kasse (nicht Bank) im Soll mit 3.000,00 €, Fuhrpark im Soll mit 15.000,00 €; Eigenkapital im Haben mit der gesamten Einlage (18.000,00 €). Eine private Einlage enthält keine Vorsteuer.

  4. Aufnahme eines Bankdarlehens

    Das Unternehmen nimmt ein Bankdarlehen über 30.000,00 € auf, das die Bank auf das Bankkonto des Unternehmens auszahlt. Das gesamte Darlehen wird in 5 Jahren in einer Summe zurückgezahlt.

    Annahmen: Die Bank berechnet keine Gebühren. Die Zinsen werden später gezahlt und gehören nicht zu dieser Buchung.

    KontoSollHaben
    Bank30.000,00 €
    Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten30.000,00 €

    Warum

    Bank im Soll mit 30.000,00 €, die Schuld gegenüber der Bank im Haben auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Zinsen werden erst mit der Zeit zu Aufwand (Zinsaufwendungen).

  5. Tilgung eines Bankdarlehens

    Ein Bankdarlehen mit einem Jahr Laufzeit wird heute fällig. Das Unternehmen zahlt der Bank den Darlehensbetrag von 10.000,00 € per Überweisung zurück.

    Annahmen: Die Zinsen werden mit einer gesonderten Überweisung gezahlt und gehören nicht zu dieser Buchung.

    KontoSollHaben
    Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten10.000,00 €
    Bank10.000,00 €

    Warum

    Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Soll, Bank im Haben mit 10.000,00 €. Die Tilgung ist kein Aufwand; nur die Zinsen (Zinsaufwendungen) sind es.

  6. Zahlung einer Darlehensrate: Tilgung und Zinsen

    Die Bank belastet das Bankkonto des Unternehmens mit der Monatsrate eines Darlehens über 12 Monate: 1.500,00 € Tilgung und 45,00 € Zinsen.

    Annahmen: Für diesen Monat wurden vor der Zahlung keine Zinsen abgegrenzt.

    KontoSollHaben
    Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten1.500,00 €
    Zinsaufwendungen45,00 €
    Bank1.545,00 €

    Warum

    Die Tilgung (1.500,00 €) mindert die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die Zinsen (45,00 €) sind Zinsaufwendungen (Kosten des Geldverkehrs sind Bankgebühren, keine Zinsen). Bank im Haben mit der ganzen Rate (1.545,00 €); auf Darlehenszinsen fällt keine Umsatzsteuer an.

  7. Privatentnahme von Geld durch den Inhaber

    Der Inhaber, ein Einzelunternehmer, überweist 1.500,00 € vom Bankkonto des Unternehmens auf sein privates Konto, um private Ausgaben zu bezahlen.

    Annahmen: Während des Jahres bucht das Unternehmen die Entnahmen des Inhabers auf einem eigenen Konto, nicht direkt auf dem Eigenkapital. Der Inhaber bezieht kein Gehalt vom Unternehmen.

    KontoSollHaben
    Privatentnahmen1.500,00 €
    Bank1.500,00 €

    Warum

    Privatentnahmen im Soll, Bank im Haben mit 1.500,00 €. Eine Entnahme ist kein Aufwand (nicht Löhne und Gehälter), und das Konto Privatentnahmen wird am Jahresende über das Eigenkapital abgeschlossen.

  8. Privatentnahme von Waren durch den Inhaber

    Der Inhaber eines Haushaltsgerätegeschäfts, ein Einzelunternehmer, nimmt eine Spülmaschine aus dem Warenbestand mit nach Hause. Das Geschäft hatte sie für 600,00 € netto eingekauft; das ist auch ihr aktueller Einkaufspreis.

    Annahmen: Wareneinkäufe werden aufwandsorientiert gebucht. Umsatzsteuer 19 %. Die Waren werden mit ihrem Einkaufspreis ohne Umsatzsteuer bewertet. Beim Einkauf wurde die Vorsteuer abgezogen, daher ist die Entnahme für private Zwecke mit diesem Preis steuerpflichtig.

    KontoSollHaben
    Privatentnahmen714,00 €
    Unentgeltliche Wertabgaben600,00 €
    Umsatzsteuer114,00 €

    Ebenfalls richtig

    KontoSollHaben
    Privatentnahmen714,00 €
    Aufwendungen für Waren600,00 €
    Umsatzsteuer114,00 €

    Warum

    Die Entnahme für private Zwecke ist eine unentgeltliche Wertabgabe, besteuert mit dem Einkaufspreis: Privatentnahmen im Soll mit 714,00 €, Unentgeltliche Wertabgaben im Haben mit 600,00 € und Umsatzsteuer mit 114,00 €. Auch Aufwendungen für Waren statt Unentgeltliche Wertabgaben im Haben wird anerkannt.

  9. Der Inhaber bezahlt eine betriebliche Rechnung privat

    Der Inhaber eines Ladengeschäfts, ein Einzelunternehmer, bezahlt von seinem privaten Bankkonto eine Rechnung für die Reparatur der Klimaanlage im Laden: 480,00 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Die Rechnung ist auf das Unternehmen ausgestellt.

    Annahmen: Umsatzsteuer 19 %. Das Unternehmen erstattet dem Inhaber den Betrag nicht: Die Zahlung ist eine zusätzliche Einlage des Inhabers. Während des Jahres bucht das Unternehmen die Einlagen des Inhabers auf einem eigenen Konto, nicht direkt auf dem Eigenkapital. Die Vorsteuer ist abziehbar, weil die Rechnung auf das Unternehmen ausgestellt ist.

    KontoSollHaben
    Instandhaltung480,00 €
    Vorsteuer91,20 €
    Privateinlagen571,20 €

    Warum

    Die Reparatur ist Instandhaltung (480,00 €), die Vorsteuer (91,20 €) ist abziehbar. Es ist kein Geld aus dem Unternehmen geflossen: Die Zahlung des Inhabers (571,20 €) ist eine Privateinlage und steht im Haben auf Privateinlagen.

  10. Ausgabe von Anteilen zum Nennwert gegen Bareinlage

    Eine neu gegründete Kapitalgesellschaft gibt 6000 Anteile mit einem Nennwert von je 10,00 € zum Nennwert aus. Die Gründer zahlen den vollen Betrag per Banküberweisung ein.

    Annahmen: Die Anteile werden sofort voll eingezahlt, und die Gesellschaft ist eingetragen. Gründungskosten bleiben unberücksichtigt.

    KontoSollHaben
    Bank60.000,00 €
    Gezeichnetes Kapital60.000,00 €

    Warum

    Die Bank erhält 6000 × 10,00 € = 60.000,00 €. Das Nennkapital einer Kapitalgesellschaft (AG oder GmbH) ist das Gezeichnete Kapital; bei Ausgabe zum Nennwert geht nichts in die Kapitalrücklage.

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